
Die Frage des Gewissens
... ist gewiss komplex. Das Gewissen will mir Gutes tun, wenn ich es als Stimme Gottes wahrnehme und mir selbst zutraue, anders handeln zu können. Gedanken zum Aschermittwoch.
Lesejahr C I, 5.3.2025
Schriftworte
Lasst euch mit Gott versöhnen!
2 Korinther 5,20b
Wasch meine Schuld von mir ab und mach mich rein von meiner Sünde!
Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!
Gib mir wieder die Freude deines Heiles, rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!
Psalm 51,4-5.12.14
Wenn ihr heute seine Stimme hört,
verhärtet nicht euer Herz!Psalm 95
Impuls
Schuld und Sünde sind große Worte.
Worte,
die jahrhundertelang als Druckmittel verwendet wurden.
die Gottesbegegnung möglicherweise erschwert statt gefördert haben.
die uns schwer auf der Seele lasten und die wir nicht hören wollen.
Und doch kommen wir nicht an ihnen vorbei,
können wir sie nicht überhören,
vor allem nicht,
wenn die Fastenzeit beginnt.
Wenn die Frage im Raum steht
was ich fasten soll,
worauf ich verzichten soll,
wie ich mein (schlechtes) Gewissen beruhigen kann ...
Was aber,
wenn wir das Gewissen als Stimme hören,
die Gott uns selbst ins Herz gelegt hat !?!
Nicht als Zeigefingermoralapostel,
sondern als Stimme,
die mir Gutes will,
die hinweist, auf schiefgelaufene Gewohnheiten,
die Mut macht, um manches sein lassen zu können,
die Vertrauen in mir wachsen lässt.
Was aber,
wenn ich diese Zeit bis Ostern hin (und vielleicht auch darüber hinaus)
als Zeit wahrnehme,
in der ich
hoffe,
dass ich inneren Frieden finde,
dass ich Selbstverständlichkeiten dankbar wertschätze,
dass ich Gott (wieder)erkenne
in den Begegnungen mit Menschen.
Was aber,
wenn ich mir jetzt „die Frage“ stelle … ?!
© chrisgarz